RUSSLANDS "OLIGARCHEN": DIE RUSSEN UND IHRE WIRTSCHAFTSELITE

Eine soziologische Studie von M. K. Gorschkow, Träger der Staatsprämie der Russischen Föderation im Bereich Wissenschaft und Technik (Leitung), A. L. Andreev, Ja. Fruchtman, L. G. Bysow, E. N. Kofanowa, E. I. Pachomowa, W. W. Petuchow, A. Ju. Tschepurenko und F. E. Scheregi.


Wissenschaftliche Beratung: Dr. Matthes Buhbe, Leiter der Vertretung der Friedrich Ebert-Stiftung in der Russischen Föderation


Diese Studie wurde im April 2004 vom Institut für komplexe Gesellschaftsstudien der Russländischen Akademie der Wissenschaften in Zusammenarbeit mit der Vertretung der Friedrich Ebert-Stiftung in der Russischen Föderation erstellt. Sie beruht im Wesentlichen auf einer repräsentativen Umfrage unter 1750 Personen. Die Befragten wurden proportional zur Bevölkerungsverteilung aus folgenden Regionen des Landes ausgewählt: Nordwesten, Norden, Zentrum, Wolga-Wjatka-Gebiet, Zentrales Schwarzerdegebiet, Nordkaukasus, Wolgagebiet, Ural, Westsibirien, Ferner Osten. Außerdem wurden die Metropolen Moskau und St. Petersburg berücksichtigt. Die Zusammensetzung der Gruppe entsprach zudem der Verteilung der Bevölkerung auf große Städte, kleinere Städte und dörfliche Siedlungen. Folgende sozialen Gruppen waren entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung vertreten: Arbeiter in Unternehmen, auf Zechen und Baustellen, technische Intelligenzija, humanwissenschaftlich orientierte Intelligenzija (Lehrer an Schulen, Berufsschulen und Hochschulen, Wissenschaftler), im Handel und im Dienstleistungsbereich sowie in Transport und Verkehr Tätige, Angestellte, Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmer, Militärangehörige und Personal des Innenministeriums [1], Dorfbewohner, städtische Rentner, Studierende und Arbeitslose.

 


 

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Gliederung


Der kleine Zirkel der Mächtigen in der Wirtschaft des Neuen Russlands ist eine gewisse Größe im Bewusstsein der Bevölkerung. Die Einstellung der Russländer [2] zu den führenden Figuren im Wirtschaftsleben zeigt, wo in den Augen der Menschen die Grenzen der Legitimität von Macht verlaufen. Im Hinblick darauf wird das Bild der Wirtschaftselite im heutigen Russland in dieser Studie rekonstruiert. Dabei ist eine Wechselwirkung allgemeiner Vorstellungen von den Eigenschaften dieses elitären Kreises mit Auffassungen von sozialer Gerechtigkeit und dem Image einzelner prominenter Wirtschaftsführer zu beobachten. Die divergierenden Meinungen ergeben ein gerade auch in seinen Unschärfen aussagekräftiges Gesamtbild.


Von Interesse ist zudem der historische Hintergrund der Vorstellungen, die sich die Bevölkerung von den Wirtschaftsgrößen der Putinära macht. Die Frage, welche Epoche in der Geschichte des Landes die – funktional oder auch moralisch – „beste“ Wirtschaftselite hervorgebracht hat, ist ein Lackmustext nicht nur für die Einstellung der Russländer zum Kapitalismus, sondern auch für die Haltung zu den unterschiedlichen politischen Systemen in der Geschichte des Landes.


Besondere Beachtung verdienen aus soziologischer Sicht die Variationen in den Meinungen über die Wirtschaftselite je nach sozialem Status, wirtschaftlicher Lage, Alter und zum Teil auch je nach Wohnort der Befragten.


Solche Variationen sind bereits bei der allgemeinen Definition, wer überhaupt zur Wirtschaftselite gezählt werden kann, zu beobachten. Die Einschätzungen variieren je nachdem, ob die Befragten in dem Betrieb oder der Behörde, wo sie selbst arbeiten, über mehr oder weniger Einfluss verfügen. Die Einflussreichen nennen als Hauptmerkmal der zur Wirtschaftselite gehörenden Personen deren große Entscheidungskompetenz. Die Umfrageteilnehmer mit niedrigem Rang in der Hierarchie von Unternehmen und Behörden heben hingegen den Reichtum als herausragendes Merkmal der Wirtschaftselite hervor.

Tabelle 1

Wer gehört zur Wirtschaftselite (Angaben in Prozent)?

Zur Wirtschaftselite zähle ich Insgesamt Profil der Befragten
Personen, die an ihrem Arbeitsplatz für das gesamte Unternehmen maßgebliche Entscheidungen beeinflussen Personen, die im Rahmen ihrer Abteilung Entscheidungen beeinflussen können Personen, von deren Entscheidungen an ihrem Arbeitsplatz praktisch nichts abhängt Nicht Erwerbstätige
Personen mit großem Einfluss in ihrem Wirtschaftszweig 19,0 25,3 20,4 19,3 16,5
Personen mit großen Einfluss auf die Wirtschaft ihrer Region 7,7 9,9 7,7 9,1 5,4
Personen mit großem Einfluss auf die russische Politik 19,4 27,5 26,0 16,6 17,7
Unternehmer, die sich in Bereichen wie Kultur, Gesundheitsversorgung oder Bildung engagieren 6,8 11,0 7,5 6,4 6,3
Alle genannten Gruppen 24,9 19,8 28,7 23,9 24,6
Alle Reichen 15,6 3,3 6,4 16,1 23,5
Sonstige 0,3 1,0 0,5 0,3 -
Schwer zu sagen 6,3 2,2 2,8 8,5 6,0

 

Bemerkenswert ist, dass sich nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung (zwischen einem und 4,5 Prozent) unter der „Wirtschaftselite“ überhaupt nichts vorstellen kann. Für die große Mehrheit hat dieser Begriff Aussagewert. Allerdings weckt er eher negative als positive Assoziationen:

Tabelle 2

Begriffe und ihre Konnotation (Angaben in Prozent)

  Eher positiv Eher negativ
Kultur 88,1 1,1
Arbeiter 81,6 3,6
Intellektueller 71,6 3,4
Konkurrenzfähigkeit 66,8 6,1
Mittelschicht 64,7 7,3
Unternehmerschaft 67,9 10,7
Industrieller 60,4 7,2
Mäzen 58,3 5,7
Sponsor 60,5 10,7
Sparen lernen 58,7 11,3
Kaufmann 29,8 31,0
Rentier 14,9 9,5
Politiker 27,3 33,8
Fabrikant 23,3 35,7
Wirtschaftselite 23,8 37,4
Kapitalismus 20,2 46,1
Lobbyist 5,5 31,8
Bourgeoisie 13,5 48,9
Oligarch 7,5 66,9
Bankrott 7,3 67,1

 

Dabei lässt sich jedoch ein deutlicher Unterschied je nach Einkommens- und Lebensverhältnissen der Befragten feststellen: Gruppen mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen, Personen mit niedrigem Bildungsniveau, die Landbevölkerung und die Rentner sind eher als andere Gruppen geneigt, mit der Wirtschaftselite Negatives zu verbinden.


Übrigens sind einige andere mit der Marktwirtschaft verbundene Begriffe deutlich stärker negativ besetzt als „Wirtschaftselite“. Den zweitschlechtesten Platz nimmt der „Oligarch“ ein, dessen Verhältnis zur Wirtschaftselite in den Augen der Bevölkerung weiter unten noch genauer erörtert wird. Weitere auf die marktwirtschaftlichen Verhältnisse bezogenen Begriffe wie etwa „Unternehmertum“ (predprinimatel’stvo) sind hingegen durchaus positiv besetzt. Von einer kompletten Ablehnung der Marktwirtschaft als solcher kann also offensichtlich nicht die Rede sein.


Die Skepsis der Bevölkerung gegenüber der Wirtschaftselite hat viele Facetten. Eine davon ist die stark verbreitete Überzeugung, dass die Angehörigen der Elite in erster Linie ihre individuellen Anliegen verfolgten:

Tabelle 3

Woran ist die Wirtschaftselite nach Meinung der Russländer vorwiegend interessiert?

  Ja Nein Schwer zu sagen
Am wirtschaftlichen Aufstieg Russlands und an der Stärkung seiner Machtposition 41,4 35,0 23,6
An der Vermehrung des eigenen Wohlstands und an einem höheren Lebensstandard für alle 40,5 36,2 23,3
An der Vermehrung des eigenen Reichtums und Einflusses, ohne Rücksicht auf den Lebensstandard der eigenen Beschäftigten 75,6 10,6 13,8
Am Transfer des eigenen Vermögens ins Ausland 77,1 6,9 16,0
An eigenen Investitionen in die russische Wirtschaft 19,0 51,0 30,0
An einer gesunden Umwelt 10,3 64,9 24,8

 

Immerhin war noch ein beträchtlicher Teil der Befragten bereit, der Wirtschaftselite ein Interesse an der Gesamtentwicklung des Landes zuzubilligen. Diese positive Einschätzung wurde allerdings vorwiegend von den besser Gestellten und Gebildeten, die selbst im Berufsleben über einen gewissen Einfluss verfügen, sowie von Beamten vertreten. Vom Egoismus der Wirtschaftselite zeigten sich hingegen vor allem ältere Personen (über fünfzig) überzeugt. Allerdings äußerten selbst die Jungen und die Wohlhabenden, die den Mächtigen in der Wirtschaft gegenüber noch am ehesten positiv eingestellt sind, zu fast sechzig Prozent die Meinung, dass die Spitzenvertreter der Wirtschaft ohne Rücksicht auf die schlechte Versorgung der Arbeiter in ihren Unternehmen die Vergrößerung des eigenen Vermögens betrieben.


Die Haltung der Bevölkerung zur Wirtschaftelite ist zweifellos stark von dem Bild geprägt, das sich die Menschen auf der Grundlage der Darstellung in den Medien von einzelnen Großunternehmern machen. Dabei fällt der Bekanntheitsgrad der Wirtschaftsführer äußerst unterschiedlich aus. Insgesamt ist jedoch festzustellen, dass die besonders bekannten Angehörigen der Wirtschaftselite bei der großen Mehrheit unbeliebt sind:

Tabelle 4

Wie beliebt oder unbeliebt sind die wichtigsten Vertreter der Wirtschaftselite*?

  Ist mir
Eher sympathisch Eher unsympathisch Schwer zu sagen
R. Abramowitsch (Sibneft) 14,3 71,1 14,6
W. Alekperow (Lukoil) 17,6 38,8 43,6
K. Bendukidse (Vereinigte Maschinenfabriken) 12,2 22,5 65,3
B. Beresowski 8,1 84,9 6,9
T. Bollojew(Brauerei „Baltika“) 25,6 21,4 53,0
B. Wekselberg(Gruppe „SUAL“) 4,5 19,4 76,1
B. Gusinski 7,1 71,6 21,3
O. Deripaska (Russisches Aluminium) 10,0 40,1 49,9
A. Jewtuschenkow (AFK „Sistema“) 5,1 15,3 79,6
W. Kadannikow (AwtoBas) 21,1 25,9 53,0
A. Kasmin (Sberbank) 17,8 19,3 62,9
A. Lebedew (NRB) 5,2 17,0 77,8
A. Miller (Gasprom) 13,7 34,7 51,6
O. Mordaschow (Sewerstal) 9,4 15,2 75,4
W. Okulow (Aeroflot) 16,8 28,1 55,1
W. Potanin (Interross) 16,3 29,3 54,4
S. Pugatschow. (Meschprombank) 6,2 16,8 77,0
A. Taranzew. (Russisches Gold) 7,7 20,7 71,6
M. Fridman (Gruppe „Alpha“) 5,6 25,0 69,4
M. Chodorkowski (JUKOS) 18,7 63,6 17,7
A. Tschubajs (Russländische Aktiengesellschaft [RAO] „EES Rossija“) 11,0 83,7 5,3

* Die Namensliste stammt aus einem in der Nesawisimaja Gaseta veröffentlichten Ranking der einflussreichsten Wirtschaftsführer Russlands.

 

Das Bild der Wirtschaftselite ist also ohnehin in nicht unerheblichem Maße das Bild einzelner prominenter Persönlichkeiten. Daher war es nahe liegend, nach den persönlichen Charaktermerkmalen zu fragen, welche die Angehörigen der Elite in den Augen der „Nichtelite“ allgemein auszeichnen. Das so entstandene kollektive Porträt der Wirtschaftsführer in der Ära Putin wurde mit den Vorstellungen verglichen, die sich die Bevölkerung von den Wirtschaftseliten früherer Epochen der russischen beziehungsweise sowjetischen Geschichte macht:

Tabelle 5

Die Wirtschaftseliten verschiedener Epochen in den Augen der Russländer (Angaben in Prozent)

Eigenschaften Dies gilt für die Wirtschaftselite
vor der Oktober- revolution unter Stalin unter Breschnew unter Jelzin unter Putin
Energie, Initiative 31,1 21,4 8,7 12,3 42,7
Schlaffheit, Antriebsschwäche 6,1 9,0 52,6 25,4 3,0
Sorge um die Interessen von Staat und Gesellschaft 25,8 30,0 17,8 2,5 25,5
Eigenliebe, Gleichgültigkeit gegenüber den Interessen von Staat und Gesellschaft 6,2 8,9 25,9 53,5 16,1
Professionalität, gute organisatorische Fähigkeiten 22,1 28,4 12,2 5,3 44,2
Oberflächlichkeit, organisatorische Unfähigkeit 5,0 8,2 33,3 38,1 5,0
Anstand und Ehrlichkeit 37,9 22,6 9,3 1,7 18,6
Unredlichkeit, Skrupellosigkeit 4,3 12,5 15,8 62,3 18,0
Fleiß, Arbeitsfähigkeit 34,2 43,6 11,9 4,9 22,7
Faulheit, Hang zum Müßiggang 7,4 2,5 43,8 31,6 5,7
Sensibilität, Aufmerksamkeit gegenüber Untergebenen 19,2 9,9 19,6 2,4 21,1
Härte; Hang, die Untergebenen nur als Mittel zum Zweck zu betrachten 11,1 46,6 9,4 31,3 19,0
Unterwürfigkeit gegenüber den Machthabern 11,3 41,8 35,7 22,3 14,0
Eigenständigkeit, Unabhängigkeit von den Machthabern 22,2 3,2 4,1 17,2 30,3
Bereitschaft, für hohe Gewinne Gesetze zu brechen 5,4 4,6 16,0 65,3 34,0
Gesetzestreue 20,9 45,2 13,1 1,8 12,9
Streben, internationale wirtschaftliche Erfahrung im eigenen Land zu nutzen 11,5 2,7 7,0 16,2 58,4
Vertrauen auf die eigene Erfahrung und die eigenen Traditionen 41,5 23,4 13,6 5,1 19,6
Habgier; Drang, sich um jeden Preis zu bereichern 6,6 4,7 15,8 65,7 25,9
Hochherzigkeit, großes Engagement für wohltätige Zwecke 60,0 2,6 7,4 3,7 12,6
Hang, sich vor allem die Korruption für die eigenen wirtschaftlichen Zwecke zu Nutze zu machen 2,5 3,3 15,1 65,3 29,0
Unternehmergeist, Vertrauen auf freie Konkurrenz 38,6 3,1 2,8 2,8 33,5

 

Die besten Ergebnisse kann die Wirtschaftselite des vorrevolutionären Russlands für sich verbuchen. Besonders positiv wird sie von Angehörigen der humanwissenschaftlich orientierten Intelligenzija, von Angestellten im öffentlichen Dienst und von Personen mit hohem Bildungsniveau gesehen, aber auch von Berufstätigen, die in ihrem Unternehmen oder ihrer Abteilung über Einfluss verfügen. Nicht ganz so günstig, aber doch ziemlich positiv fällt die Beurteilung der Wirtschaftsführer unter Stalin aus, wobei vor allem die Meinung der Landbevölkerung und der Rentner ins Gewicht fällt. Ebenso wie diese beiden Gruppen waren die Militärangehörigen der Auffassung, dass sich die stalinsche Wirtschaftselite in besonderem Maße für Staat und Gesellschaft engagiert habe.

 

Am ungünstigsten fielen die Urteile über die führenden Kreise der Wirtschaft in den Epochen Breschnews und Jelzins aus, wobei die Jelzinära noch schlechtere Noten erhielt. Die Wirtschaftelite unter Breschnew schneidet am schlechtesten bei der Intelligenzija, den Personen im öffentlichen Dienst, den Militärangehörigen, den Studenten und den Unternehmern ab, während die Landbewohner ihr auch positive Eigenschaften zuschreiben. Die Einstellungen zu den Wirtschaftsführern der Regierungsjahre Jelzins schwanken hingegen lediglich zwischen totaler und mäßiger Ablehnung.

 

Unter Putin wiederum sind die Mächtigen in der Wirtschaft in den Augen der Bevölkerung aktiver und professioneller geworden. Ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber Staat und Gesellschaft sei, so meinen viele, gewachsen, und sie bemühten sich, Erfahrungen aus anderen Ländern für Russland nutzbar zu machen.

 

Allerdings springen auch bei der Einschätzung der heutigen Wirtschaftelite Unterschiede je nach sozialer Zugehörigkeit der Befragten ins Auge. Unterstützung erfahren die Mächtigen der Wirtschaft vonseiten der Unternehmer, Staatsangestellten, Militärangehörigen und Studenten. Personen in hohen oder mittleren Führungspositionen sowie die Altersgruppe unter vierzig sind ihnen gegenüber besonders positiv eingestellt. Alles in allem fallen die Urteile über die Wirtschaftselite von heute jedoch immer noch deutlich negativer aus als die Meinungen über die Wirtschaftsführer im vorrevolutionären Russland und in der Stalinära.

 

Was die führenden Kreise der Wirtschaft in den letzten zehn bis fünfzehn Jahre, der Epoche der Marktwirtschaft also, insgesamt betrifft, so beurteilt die Bevölkerung sie negativer als die Wirtschaftsführer früherer Epochen. Das gilt vor allem für die „einfachen“ Arbeitnehmer: Von ihnen sind vierzig Prozent der Auffassung, die Angehörigen der Wirtschaftselite im Zeitalter der Marktwirtschaft hätten weniger Verantwortungsbewusstsein und seien eher als ihre Vorgänger geneigt, sich mit betrügerischen Mitteln zu bereichern. Dies allein auf den Hang zur Verklärung der Vergangenheit zurückzuführen, wäre vielleicht zu einfach. Womöglich verfügten die Mächtigen der Sowjetzeit tatsächlich über eine schwer fassbare soziale Intuition. Darin liegt vielleicht auch das Geheimnis des langen politischen Überlebens einiger bis heute einflussreicher Männer, die aus der sowjetischen Partei- und Wirtschaftsnomenklatur stammen, wie M. Schamijew, W. Tschernomyrdin, J. Primakow, J. Strojew, A. Dsasochow, A. Wolski, aber auch Russlands erster Präsident Boris Jelzin.


1. Das Innenministerium verfügt über eigene bewaffnete Einheiten.

2. Im Folgenden immer dann „Russländer“, wenn die Bürger der Russischen Föderation, nicht die ethnischen Russen gemeint sind. Ebenso wird das Adjektiv „rossijskij“ nicht mit „russisch“, sondern mit „russländisch“ übersetzt.

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